Unsere Pferde

 


ANFORDERUNGEN AN UNSERE pFERDE

 

 


Welches Pferd für die Reittherapie in Frage kommt, hängt von der Art der Behinderung und der Größe des Patienten ab, sowie ob er alleine am Pferd sitzen kann oder nicht.

Die Arbeit mit den Patienten ist für die Pferde

  • vor allem eine geistige Belastung, da sie sich immer entscheiden müssen, ob die Zeichen (Körpersprache, Stimme usw.) die von den Patienten kommen nun als Kommando zu verstehen sind oder nicht. Zusätzlich müssen sie sich auf den Pferdeführer konzentrieren, da seine Anweisungen immer zu befolgen sind (auch wenn der Pferdeführer in größerer Entfernung steht.)

  • aber teilweise auch eine körperliche Anstrengung, wenn die Patienten permanent schief am Pferd sitzen (das wäre das Gleiche, wie wenn wir eine schwere Tasche ständig auf einer Schulter tragen müssten), die Patienten teilweise auch noch relativ groß und schwer sind Patient sehr verspannt und steif am Pferd sitzt


Die Pferde sollen aber bei diesen Belastungen immer einen schönen, flotten, raumgreifenden Schritt gehen.

Ausbildung unserer Pferde

Um all diese Anforderungen erfüllen zu können, werden die Pferde ca. 1 – 1,5 Jahre 6 - 8 Stunden pro Woche ausgebildet.

Dabei sind für mich 3 Schwerpunkte maßgebend:

  • Ausbildung an der Longe

  • Ausbildung unter dem Sattel

  • Ausbildung für die Bodenarbeit (NHT, befolgen von div. Kommandos, Vertrauensbasis, Rangordnung)


Die Ausbildung an der Longe und unter dem Sattel dient vor allem dazu, das Pferd körperlich in die Lage zu versetzen, die Arbeit zu leisten. Dabei soll das Pferd die richtigen Muskeln aufbauen und lernen, die Hinterhand (hinteren Beine) mehr zu belasten und Gewicht zu übernehmen. Gleichzeitig muss es auch lernen im Gleichgewicht zu gehen und sich durch den ganzen Körper zu biegen (Das ist wichtig, damit der Patient in Kurven gut sitzen kann und nicht aus dem Gleichgewicht kommt).

Weiters muss man bei der Ausbildung auch sehr darauf achten, dass es zu keinen Verspannungen im Rücken oder anderen Muskelpartien kommt, da diese immer zu Schmerzen und Widersetzlichkeiten des Pferdes führen und oft sogar bedeuten, dass das Pferd für längere Zeit aussetzen muss oder gar nicht mehr für die Therapie einsatzfähig ist.

Gleichzeitig lernt das Pferd bei der Ausbildung an der Longe und im Sattel natürlich auf die Hilfen (Schenkel, Gewicht, Zügel und Stimme) zu reagieren.

Bei der Ausbildung für die Bodenarbeit soll das Pferd lernen auf Grund von Zeichen, die der Pferdeführer gibt, stillzustehen, seitlich oder rückwärts zu gehen und dem Führer zu folgen, dies alles auch ohne Führstrick oder direktem Kontakt zum Pferd. Vor allem aber ist diese Arbeit eine vertrauensbildende Arbeit, bei der das Pferd die Verantwortung für sich an den Pferdeführer abgeben soll (wie in einer Herde die Stuten die Verantwortung dem Leithengst oder der Leitstute übergeben). Das bedeutet für das Pferd, dass es, solange der Pferdeführer ruhig und sicher ist, den „Stress“, den die Patienten bedeuten, gelassen hinnimmt, da es dem Pferdeführer vertraut.
All die Mühe, die man sich während der Ausbildung gegeben hat, ist umsonst, wenn man da nicht dafür sorgt, dass die Pferde einen Ausgleich (körperlich und geistig) haben. Dazu gehören unter anderem täglicher Auslauf, Haltung in der Herde bzw. kleinen Gruppen und Abwechslung in der Arbeit. Richtige Fütterung und Pflege (Impfungen, Schmied) sind selbstverständlich.

Als Ausgleich für die Therapiearbeit sollte man beim Reiten darauf achten, dass aufgetretene Verspannungen gelöst werden, die Vertrauensbasis zwischen Pferd und Pferdeführer durch div. Maßnahmen erhalten bleibt bzw. gefestigt wird.
Nur durch diese Maßnahmen werden unsere Therapieformen mit dem Pferd von Erfolg gekrönt sein!

Kontaktperson: Sabine Frauenschuh